Tauchtauglichkeit

Tauchtauglichkeitsuntersuchung (TTU) für Sporttaucher 

Die Tauchtauglichkeit ist eine wichtige Grundlage für sicheres Tauchen. Wichtige Informationen zum Taucher-Medizincheck

Bei Tauchkursen, geführten Tauchgängen oder auf vielen Tauchbasen im Urlaub wird eine gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung vorausgesetzt. Die Untersuchung hilft dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, und sorgt für mehr Sicherheit beim Tauchen.

Gerade beim Tauchen im Bodensee spielen die eigene Gesundheit, körperliche Fitness sowie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit eine besonders wichtige Rolle. Kältere Wassertemperaturen und anspruchsvollere Bedingungen stellen oft höhere Anforderungen als viele klassische Urlaubstauchgänge im Meer. Wer das Tauchen unter diesen Bedingungen lernt und regelmäßig im Bodensee taucht, empfindet viele Urlaubstauchgänge später oft als deutlich entspannter. Eine regelmäßige Tauchtauglichkeitsuntersuchung schafft zusätzliche Sicherheit und hilft dabei, gut vorbereitet ins Taucherlebnis zu starten.

Tauchen – ein sicherer Sport unter den richtigen Voraussetzungen

Sporttauchen gilt grundsätzlich als sichere Sportart. Schwere Tauchunfälle sind im Verhältnis zur großen Anzahl täglicher Tauchgänge selten. Trotzdem ist jeder Tauchunfall einer zu viel. Betrachtet man typische Ursachen von Tauchunfällen im Bodensee genauer, lassen sich häufig ähnliche Schlüsselmomente erkennen.


Häufige Ursachen für Tauchunfälle

  • Unzureichende Tauchausbildung

    Lückenhafte Ausbildung durch fehlendes Wissen, fehlende Fertigkeiten oder mangelnde Übung kann bereits in einfachen Situationen unter Wasser zu Problemen, Stress oder Panik führen.

  • Selbstüberschätzung
    Die falsche Einschätzung des eigenen Könnens oder der eigenen Erfahrung kann Risiken deutlich erhöhen.
  • Mangelhafte Tauchausrüstung
    Nicht gewartete oder ungeeignete Ausrüstung kann unter Wasser schnell zum Sicherheitsproblem werden.
  • Gesundheitliche Einschränkungen
    Bestimmte Vorerkrankungen oder gesundheitliche Probleme können beim Tauchen relevant werden.


Viele Risiken können vermieden werden

Eine gute Tauchausbildung, hochwertige und passende Ausrüstung, eine realistische Selbsteinschätzung sowie eine regelmäßige Tauchtauglichkeitsuntersuchung bilden die Grundlage für sicheres Tauchen.

Warum die Tauchtauglichkeit wichtig ist?

Bestimmte Vorerkrankungen, die im Alltag kaum auffallen, können unter Wasser schnell zu einem relevanten Risikofaktor werden. Durch den erhöhten Umgebungsdruck wirken beim Tauchen andere Belastungen auf den Körper als an Land. Besonders betroffen sind häufig der Hals-Nasen-Ohren-Bereich sowie das Herz-Kreislauf- und Atmungssystem.


Beispiele für gesundheitliche Einschränkungen beim Tauchen

  • Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen oder Erkältungen
    Probleme beim Druckausgleich können zu Schmerzen oder Verletzungen an Ohren und Nebenhöhlen führen.
  • Asthma oder Lungenerkrankungen
    Beim Tauchen besteht ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Atmung, einer gefährlichen Lungenüberdehnung oder eines Lungenkolaps (Pneumothorax).
  • Diabetes mellitus
    Unter Wasser kann eine Unterzuckerung zu Konzentrationsproblemen oder Bewusstseinsstörungen führen.
  • Epilepsie oder Krampfanfälle
    Ein Anfall unter Wasser stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Die körperliche Belastung beim Tauchen sowie Kälte und Druck können das Herz-Kreislauf-System zusätzlich beanspruchen.

Um gesundheitliche Risiken unter Wasser frühzeitig zu erkennen, sollte vor dem Tauchkurs und anschließend in regelmäßigen Abständen eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden. Wir empfehlen, die Untersuchung bei einem Facharzt für Tauch- und Überdruckmedizin durchführen zu lassen, damit tauchspezifische Risiken erkannt und kompetent bewertet werden können.

Was wird bei der Tauchtauglichkeitsuntersuchung untersucht?

Die tauchmedizinischen Untersuchungen orientieren sich an etablierten Empfehlungen der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit beim Tauchen zu erhöhen.

Zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung (TTU) gehören unter anderem:

  • Medizinische Vorgeschichte

    Besprechung von Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten in Hinblick auf das Tauchen.

  • Allgemeine körperliche Untersuchung
    Kontrolle des allgemeinen Gesundheitszustands sowie Untersuchung von Haut, Augen, Nase, Ohren und Bewegungsapparat.

  • Untersuchung von Ohren (Otoskopie)

    Kontrolle der Trommelfelle als wichtige Voraussetzung für einen sicheren Druckausgleich.

  • Untersuchung von Lunge und Atemwegen (Lungenfunktionstest)

    Prüfung der Lungenfunktion sowie Kontrolle von Atemwegen und Lungenvolumen.

  • Herz-Kreislauf-Untersuchung (EKG)

    Kontrolle des Herz-Kreislauf-Systems mittels Ruhe-EKG sowie Überprüfung des Blutdrucks. Ab einem Alter von 40 Jahren wird zusätzlich häufig ein Belastungs-EKG empfohlen oder durchgeführt.


Nur selten führen Untersuchungsergebnisse dazu, dass Tauchen vollständig ausgeschlossen werden muss. Häufig geht es vielmehr darum, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und die persönlichen Voraussetzungen für sicheres Tauchen besser einzuschätzen.

Kann ich trotz Vorerkrankung tauchen und was passiert bei Einschränkungen im Attest?

Bei bestimmten Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen reichen häufig bereits individuelle Empfehlungen oder angepasste Tauchprofile aus, um weiterhin sicher tauchen zu können. Dazu gehören insbesondere konservatives Tauchen mit ausreichender Sicherheitsreserve, Begrenzungen der maximalen Tauchtiefe oder die Empfehlung, ausschließlich Nullzeittauchgänge durchzuführen und auf anspruchsvollere Dekompressionstauchgänge zu verzichten. Auch zusätzliche persönliche Sicherheitsmaßnahmen können sinnvoll sein. So wird Diabetikern etwa häufig empfohlen, schnell verfügbaren Traubenzucker mitzuführen. Ziel solcher Empfehlungen ist es, gesundheitliche Risiken zu reduzieren und trotzdem möglichst sicheres Tauchen zu ermöglichen.

Auch wir haben bereits Taucher beim Schnuppertauchen, bei Anfängertauchkursen, Spezialkursen oder geführten Tauchgängen begleitet, bei denen in der Tauchtauglichkeitsbescheinigung bestimmte Einschränkungen vermerkt waren. Durch unsere persönliche Betreuung in Einzel- oder Doppelbetreuung sowie unsere Erfahrung gehen wir individuell auf unterschiedliche Voraussetzungen, Empfehlungen und Bedürfnisse ein und passen Tauchgänge entsprechend an.

Wichtig ist dabei, offen mit Diagnosen, Attesten und ärztlichen Empfehlungen umzugehen und diese frühzeitig mit dem Tauchlehrer, Guide oder Tauchpartner zu kommunizieren. Nur so können Tauchgänge sinnvoll geplant und individuell an die jeweiligen Voraussetzungen angepasst werden.

Muss die Tauchtauglichkeitsuntersuchung bei einem Taucharzt durchgeführt werden?

Grundsätzlich kann in Deutschland jeder approbierte Arzt eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchführen und attestieren. Eine eigene Facharztbezeichnung für Tauch- und Überdruckmedizin gibt es nicht. Auch der eigene Hausarzt kann ein erster Ansprechpartner sein. Frage gerne nach, ob Erfahrung mit Tauchtauglichkeitsuntersuchungen besteht und die Untersuchung durchgeführt wird.

Wir empfehlen jedoch, die Untersuchung möglichst bei einem Arzt mit tauchmedizinischer Erfahrung durchführen zu lassen. Taucherärzte beschäftigen sich regelmäßig mit den besonderen körperlichen Belastungen beim Tauchen und nehmen häufig an speziellen tauch- und hyperbarmedizinischen Fortbildungen teil. Dadurch können mögliche Risiken, Vorerkrankungen oder individuelle Einschränkungen häufig besser eingeschätzt und im Kontext des Tauchsports bewertet werden. Besonders bei bestehenden Vorerkrankungen, Unsicherheiten oder gesundheitlichen Auffälligkeiten kann die Untersuchung bei einem erfahrenen Taucherarzt sinnvoll sein. Viele Taucherärzte sind zudem selbst aktive Taucher und kennen die praktischen Anforderungen des Sporttauchens aus eigener Erfahrung.

Wie oft sollte die Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden?

Damit gesundheitliche Veränderungen frühzeitig erkannt werden können, sollte die Tauchtauglichkeitsuntersuchung regelmäßig wiederholt werden. Die Empfehlungen der GTÜM orientieren sich dabei am Alter.


Empfohlene Untersuchungsintervalle

  • Unter 18 Jahren: spätestens nach einem Jahr
  • Zwischen 18 und 39 Jahren: spätestens nach drei Jahren
  • Ab 40 Jahren: spätestens nach einem Jahr


Unabhängig vom Alter kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein, beispielsweise nach Erkrankungen, Operationen, längeren Tauchpausen oder bei gesundheitlichen Veränderungen.

    Wie lange dauert die Untersuchung?

    Die Dauer der Untersuchung hängt vom Untersuchungsumfang, dem Alter sowie möglichen zusätzlichen Untersuchungen ab. Aus unserer persönlichen Erfahrung dauert eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung meist etwa 45 bis 60 Minuten. Werden zusätzlich ein Belastungs-EKG, eine ausführlichere Diagnostik oder weitere Untersuchungen durchgeführt, kann der Termin entsprechend länger dauern. 

      Empfehlungen für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen in unserer Region

      Für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen empfehlen wir Ärzte mit tauchmedizinischer Erfahrung und entsprechender Weiterbildung im Bereich der Tauchmedizin.


      Dr. med. Kim Hofrichter
      Fachärztin für Allgemeinmedizin

      Zusatzqualifikationen: Rettungsmedizin, manuelle Medizin/Chirotherapie, Taucherarzt (GTÜM), Berg- und Höhenmedizin, Sportmedizin, Expeditionsmedizin

      Dr. Kim Hofrichter begleitet uns seit vielen Jahren im Bereich Sicherheit, Notfallmanagement und Tauchmedizin und ist Teil unseres Teams. Unter anderem führt sie regelmäßig unsere React-Right-Kurse für Taucher durch. Im React-Right-Kurs lernen Taucher die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe speziell für den Tauchsport, darunter Herz-Lungen-Wiederbelebung, Sauerstoffgabe und den Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators in praxisnahen Übungsszenarien.


      Allgemeinarztpraxis Ostrach

      Sigmaringer Straße 8
      88356 Ostrach

      Telefon: 07585 92458-0
      E-Mail: kontakt@praxis-ostrach.de

      https://praxis-ostrach.de/


      Weitere Taucherärzte finden

      Eine Übersicht weiterer GTÜM-zertifizierter Ärzte für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen findest du in der offiziellen Taucharzt-Liste der GTÜM.

      Was kostet eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung?

      Die Kosten für eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung und das Ausstellen einer Tauchtauglichkeitsbescheinigung werden nach der Gebührenordnung für Ärzte, kurz GOÄ abgerechnet.


      Aktuell betragen diese:

      • für Taucher unter 40 Jahren ca. 80 Euro
      • für Taucher über 40 Jahren ca. 140 Euro (mit Belastungs-EKG)


      Jeder Arzt kann die Tauchtauglichkeitsuntersuchung anders abrechnen. Bspw. können weniger Ziffern berechnet oder andere Steigerungsfaktoren benutzt werden.

      Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

      Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen teilweise die Kosten sportärztlicher Untersuchungen oder bezuschussen diese. Da sich Leistungen und Angebote regelmäßig ändern, empfehlen wir, direkt bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, ob eine Kostenübernahme für die Tauchtauglichkeitsuntersuchung möglich ist.

      Untersuchungsbögen und Formulare zur Tauchtauglichkeit

      Hier findest du die offiziellen tauchmedizinischen Untersuchungsbögen der GTÜM und ÖGTH für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche zum Download. Die persönlichen Angaben im Formular können bereits vor dem Arzttermin ausgefüllt und zur Untersuchung mitgebracht werden. Der medizinische Untersuchungsteil sowie die Beurteilung der Tauchtauglichkeit werden anschließend vom Arzt ausgefüllt

      Brauche ich für Schnuppertauchen oder einen Tauchkurs eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung?

      Für unsere Schnuppertauchgänge und geführten Tauchgänge reicht in vielen Fällen zunächst die ausgefüllte Erklärung zum Gesundheitszustand aus. Sollte in diesem Formular jedoch ein Punkt auf deinen Gesundheitszustand zutreffen, benötigen wir zusätzlich eine gültige Tauchtauglichkeitsbescheinigung.

      Bei einer Anfängerausbildung wie dem Open-Water-Diver-Kurs sehen wir die Tauchtauglichkeitsuntersuchung dagegen als wichtigen Bestandteil für einen sicheren Einstieg in den Tauchsport. Du lernst das Tauchen von Grund auf, absolvierst erste Übungen unter Wasser und legst den Grundstein für viele zukünftige Tauchgänge. Genau deshalb macht eine Untersuchung hier besonders Sinn.

      Nach deiner erfolgreichen Tauchtauglichkeitsuntersuchung freuen wir uns darauf, gemeinsam mit dir die ersten Atemzüge unter Wasser zu erleben.

      Beim Schnuppertauchen erlebst du deine ersten Atemzüge unter Wasser in persönlicher Betreuung und kannst den Tauchsport ausprobieren. Das Erlebnis und die Faszination des Tauchens stehen dabei im Mittelpunkt. Gemeinsam mit deinem Tauchlehrer erlebst du die Schwerelosigkeit und unvergessliche erste Eindrücke unter Wasser.

      Beim Open Water Diver lernst du das Tauchen von Grund auf und entdeckst Schritt für Schritt die faszinierende Unterwasserwelt. Gemeinsam mit deinem eigenen Tauchlehrer entwickelst du die wichtigsten Fähigkeiten für sicheres und entspanntes Tauchen und legst den Grundstein für viele zukünftige Taucherlebnisse weltweit.

      Im Advanced Open Water Diver sammelst du weitere Taucherfahrung und entdeckst neue Bereiche des Tauchens. Gemeinsam mit deinem Tauchlehrer schnupperst du in verschiedene Spezialkurse hinein, entwickelst deine Fähigkeiten unter Wasser gezielt weiter und gewinnst zusätzliche Sicherheit und Routine beim Tauchen.

      Weltweiter Rundumschutz beim Tauchen und Reisen

      Neben einer regelmäßigen Tauchtauglichkeitsuntersuchung gehört auch ein passender Tauchunfallschutz zu einer guten Vorbereitung auf den Tauchsport. Einen Tauchunfall kann man unabhängig von Art, Tiefe oder Dauer eines Tauchgangs nie vollständig ausschließen. Dadurch können im Notfall zusätzliche Kosten beispielsweise für Druckkammerbehandlungen, medizinische Transporte oder Krankenhausaufenthalte entstehen.


      Viele klassische Krankenversicherungen übernehmen tauchspezifische Leistungen oder Druckkammerbehandlungen nur eingeschränkt oder gar nicht. Eine spezielle Tauchunfallversicherung kann deshalb sinnvoll sein und zusätzliche Sicherheit beim Tauchen und auf Reisen bieten.

      Beim Schnuppertauchen sowie während unserer Open-Water-Diver-Kurse bist du bei uns während der gesamten Ausbildung bereits kostenlos tauchunfallversichert. Eine zusätzliche verpflichtende Versicherungsgebühr vor Kursbeginn ist bei uns nicht erforderlich. Der Versicherungsschutz begleitet dich während deiner kompletten Anfängerausbildung und endet erst mit erfolgreichem Kursabschluss.

      Nach deiner Tauchausbildung empfehlen wir den Abschluss einer eigenen Tauchunfallversicherung. Für unsere geführten Tauchgänge und Bootsausfahrten setzen wir eine gültige Tauchunfallversicherung voraus


      Mehr Informationen zur Tauchversicherung

      Warum ein weltweiter Rundumschutz für Taucher, reise- und tauchmedizinischer Service, Absicherung bei Tauchunfällen sowie weltweite Beratung sinnvoll sein können, welche Leistungen enthalten sind und welche Praxisbeispiele es aus dem Tauchsport gibt, erfährst du auf unserer ausführlichen Informationsseite zur Tauchunfallversicherung.